M/S Coral 1


Als wir auf das Schiff zugehen, sieht es ganz ordentlich aus. Weiß gestrichen, mit einem riesigen grünen Streifen quer über der Seite. Etwas skeptisch bin ich ja schon, aber mal sehen, was uns erwartet.
Die Anlegestelle liegt nicht direkt in Luxor, sondern etwas außerhalb. Das hat den Vorteil, dass man von den belebten Straßen nichts mitbekommt und es sehr ruhig ist.
So. jetzt zeige ich Euch mal das Schiff. Eigentlich war es ganz nett. Es hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel und das sieht man ihm auch an. Die Coral hat zwar 4 Sterne, aber das sind wohl eher ägyptische Sterne.
Ich kann nur empfehlen, dass jemand, der viel wert auf penible Sauberkeit legt, sich ein Schiff mit 5 Sternen sucht oder im Zweifelsfall ganz auf die Kreuzfahrt verzichtet.
Los gehts von oben. Hier befindet sich das Sonnendeck. Wenn man Glück hat, kann man direkt auf Landschaft gucken. Wenn noch ein Schiff nebenan anlegt, dann guckt man auf die Bäuche anderer Leute. Aber so entwickeln sich lustige und nette Gespräche und oft erfährt man einiges über die bevorstehende Reiseroute und man kann den einen oder anderen Tipp kriegen. Diese Tipps sind manchmal Gold wert.
Die Liegenauflagen sind nicht mehr die Neuesten, aber man bekommt Handtücher, wo man die Flecken und Löcher mit abdecken kann.
Bei den Handtüchern sollte man auf Sauberkeit achten. Auch würde ich empfehlen auf Löcher zu achten. Viele der Handtücher sind mindestens genauso alt wie das Schiff und nicht mehr zweckmäßig. Wie gesagt. Die Coral 1 ist kein Schiff für verwöhnte und luxusliebende Menschen.
Vom Sonnendeck gehen wir jetzt die Treppe runter und kommen zum Pool. Der Pool ist relativ klein. Ich schätze mal 4x2 meter und das Wasser ist nicht beheizt und war eigentlich immer kalt. Auch hatte es keine Reinigungsanlage und nach ein paar Tagen wurde es leicht grünlich und ölig. Deshalb vermied ich es auch, mit dem ganzen Körper reinzugehen. Ich war nur einmal drin. An den anderen Tagen hielt ich nur meine Füße rein.
Jetzt gehts weiter hinten rum. Man geht von außen an der Bar entlang. Durch die Fenster zu sehen bringt nichts, weil die Gardinen der Bar und auch des Speisesaales immer zugezogen sind. Man versucht so Sonneneinstrahlung zu verhindern.
Wir kommen aufs "Aufenthaltsdeck". Hier stehen Tische und Stühle. Man kann angenehm im Schatten sitzen, die vorbeiziehende Landschaft genießen und in Ruhe ein Bierchen trinken. Während unseres 1-wöchigen Aufenthaltes hat man dieses Deck nur einmal gefegt und das obwohl schon tagelang Nussschalen und Staub/Sand herumlag. Feucht wischen ist auch nicht angesagt gewesen.
Der hintere Teil des Decks ist nicht überdacht und man hat die Möglichkeit in der Sonne zu sitzen. Diesen Teil zu benutzen empfehle ich nur am Abend. Tagsüber ist es unerträglich und die Hitze staut sich.
Vom Aufenthaltsdeck kommt man dann in die Bar. Wie gesagt waren meistens die Gardinen zugezogen.
Durch die helle Tür auf dem Bild tritt man also rein. Rechts ist gleich die Bar, wo man seine Bierchen und Ouzo (sehr zu empfehlen) abholen kann. Im hinteren Teil befindet sich eine Bühne, sowie viele Sitzgelegenheiten, wo man interessante und auch lebhafte Gespräche führen kann. Aufpassen: das letzte alkoholische Getränk gibt es um 23 Uhr.
Ich würde auf jeden Fall empfehlen All-Inclusive zu buchen. Die Preise auf dem Schiff haben es in sich. Außerdem hat man während der Fahrt nicht immer Gelegenheit Wasser zu kaufen und auf den Märkten muß man aufpassen was man kauft. Wir hatten Gelegenheit zu beobachten, wie alte Wasserflaschen gesammelt, mit Leitungswasser aufgefüllt und an Touristen wieder verkauft wurden. Also aufpassen und auf dem Schiff All-Inclusive buchen. Es lohnt sich wirklich.

Von der Bar führt eine Treppe runter zum Shop-Bereich, Speisesaal und zu den ersten Kabinen. Auf diesem Deck war auch unsere Kabine.
In dem Shop bekam man wirklich alles. Von Postkarten über Andenken, Gold- und Silberschmuck, Filme usw. Ramadan, der Betreiber war wirklich ein netter Kerl und schenkte mir zum Geburtstag einen kleinen silbernen Skarabäus. Das hat mich total gefreut. Ulli kaufte hier für seine Sekretärin eine goldene Kartusche mit ihrem Namen in Hyroglyphen. Sie hatte sich wirklich sehr um die Unterbringung unserer Katzen bemüht und hat regelmäßig den Briefkasten geleert. Prinzipiell würde ich aber raten, außer Postkarten dort nichts zu kaufen. Die Preise sind überteuert und man kann nicht mehr großartig handeln. Nutzt lieber die Einkaufsmöglichkeiten in den Souks und handelt was das Zeug hält.
Links neben dem Shop gings dann zu unserer Kabine.
Wie unsere Kabine aussah wißt Ihr ja schon vom Tag derEinschiffung Hier könnt Ihr jetzt noch einen Teil sehen. Man kann auch erkennen, wie wenig Platz wir hatten. Direkt rechts von dem Schrank stehen die Betten. Die kann man im Spiegel erkennen. Naja, prinzipiell benötigt man die Kabine ja nur zum Schlafen und Duschen.
Auf diesem Deck befindet sich auch der Speisesaal. Direkt auf der anderen Seite des Shops. Der war tagsüber verschlossen und wurde nur zu den Essenszeiten geöffnet. Einer der Angestellten ging dann mit einem Gong über das Schiff und läutete zum Essen. Wenn man nicht sofort kam, dann wurde man nochmals drauf hingewiesen, dass jetzt doch Essenszeit wäre. Das war wirklich etwas nervig.
Er sieht ja wirklich einladend aus. Leider waren die Tischdecken fleckig und die Gardinen fast ständig zugezogen. Aber das Personal war wirklich sehr zuvorkommend und sehr nett. Unser Kellner war laufend zu einem Scherz bereit. Umgedrehte Stühle, werfen mit Weintrauben, zusammengießen von Getränken, Salzen von Cola und lauter andere Scherze. Wir haben uns wirklich gut betreut gefühlt. Das Ergebnis war dann nochmal ein persönliches Trinkgeld. Fotos von unserem Kellner könnt Ihr an meinem Geburtstags-Tag sehen. In der Mitte ist das kalte Buffet und ganz hinten das Warme.
Das Essen war nicht gerade einfallsreich. Es bestand aus Fleisch, Salat, Reis und jeden Tag Nudeln. Entweder warm oder als Salat. Das Essen auf dem Schiff löste bei mir auch oft Magenschmerzen aus und hatte ein Unwohlsein zu Folge. Durchfall hatte ich nie, auch Ulli nicht. Nur von dem älteren Ehepaar ist mir bekannt, dass sie damit zu kämpfen hatten. Aber ehrlich gesagt sind dauerende Magenschmerzen und manchmal wirklich so starke Blähungen, dass wir die Kabine verlassen mußten, nicht gerade angenehm.
Von dem Deck aus konnte man dann eine Treppe heruntergehen und wir befanden uns auf Wasserhöhe. Hier befand sich die Reception und noch weitere Kabinen.
An der Reception konnte man den Schlüssel abgeben, sich Handtücher holen oder einfach nur in eine der gemütlichen Sitzecken setzen.
Die Sitzecken waren auch immer der Treffpunkt für unsere Ausflüge. Ansonsten hatten wir mit dem Bereich überhaupt gar nichts zu tun.
Ich hoffe der kleine Rundgang auf unserem Kreuzfahrtschiff hat Euch gefallen. Wenn Ihr selber eine Reise mit der Coral 1 plant oder schon gebucht habt oder einfach noch ein paar Infos haben möchtet, dann mailt mir einfach mit dem Service-Formular.

Schiff Ahoi !


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