Tag 10 / Hilfe, ein Fisch !


Heute war der große Schnorcheltag. Ulli war schon während des Frühstücks ganz aufgeregt und konnte gar nicht in Ruhe sitzen bleiben.
Als es dann losgehen sollte, hat er auch noch die Tauchtasche im Zimmer vergessen *tztztz*. Zum Glück hat er es noch rechtzeitig gemerkt und konnte sie noch holen.
Wir sollten an der Rezeption abgeholt werden. Als der Bus nicht kam und auch Ullis Anruf bei Mohammed nichts half, hatte ich eigentlich schon keine Lust mehr. Aber trotzdem kam dann ein paar Minuten später der Bus mit fast 30 Minuten Verspätung. Auch dieser Taurus-Reiseleiter (Begleitperson) machte Zicken, weil ein Mit-Schnorchler in Pfund bezahlen wollte. Letztendlich hat er die Pfund angenommen.

Also gings los. Ein paar der Österreicher, die wir schon vom Nil her kannten, warteten schon im Hotel Palm Beach auf uns. Das Palm Beach ist für alle Taurus-Veranstaltungen der Treffpunkt, da dort die meisten untergebracht werden. Es hat 4 Sterne und scheint ganz gut zu sein. Natürlich nicht zu vergleichen mit unserem Sheraton Hotel (5 Sterne).
Im Palm Beach warteten wir uns dann die Beine im Bauch. Der versprochene Bus kam und kam nicht. Auch der Reiseleiter gab uns keine Auskunft und unterhielt sich lieber mit Kollegen. Als ich ihn dann ziemlich wütend anging, sagte er, dass der Bus kaputt sei und ein Ersatzbus kommt.
Dieser Bus kam dann auch, allerdings hatten wir dann schon 2 Stunden Verspätung. Der Reiseleiter versprach uns aber, die Zeit auf dem Schiff dann wieder anzuhängen. Auch soll es Mittagessen und ein Getränk geben.
Wir fuhren dann nach Safaga zum Hilton-Hotel. Dort konnten wir uns Schnorchel und Flossen leihen. Ulli hatte ja seine mit, aber ich besitze sowas ja nicht.

Dann ging es endlich los. Die Hinfahrt zum ersten Riff nutzte Ulli, um seinen Fotoapparat klar zu machen. Mich hätte ja eher interessiert, wie wir uns organisieren, da Ulli ja fotografieren wollte und ich wollte mich eher langsam an das Unterwasserleben herantasten.
Dann ereichten wir das erste Riff. Da ich ja so ein Schisshase bin, habe ich die Anderen erstmal vorgelassen um ins Wasser zu gehen. Als ich dann endlich im Wasser war, war Ulli schon weit und breit nicht mehr zu sehen. Na toller Urlaub. Er wußte doch, dass ich mich alleine nicht traue, aber mal wieder war das Fotografieren wichtiger.
Als er dann zurückkam um den Film zu wechseln, konnte er gar nicht verstehen, wieso ich sauer bin. So ist das eben mit Männern. Sie hören einem nicht zu oder verstehen alles falsch. Für mich war der Tag gelaufen und ich habe also dann den anderen zugeguckt, wie sie die Fische vom Schiff aus gefüttert haben und war froh, dass ich nicht im Wasser war. Mit Fischen habe ich es nicht so, es sei denn sie sind Tod und liegen auf dem Teller.
Ich muß auch sagen, dass ich in dieser Beziehung wieder von diesem Reiseleiter von Taurus enttäuscht war. Es waren ja mehrere auf dem Schiff, die sich nicht richtig trauten, weil sie nicht wußten, was sie unter Wasser erwartete. Eigentlich wäre es seine Aufgabe gewesen, zu erzählen und vielleicht etwas zu zeigen.
Ulli verschwand also wieder prustend in den Fluten und ich filmte ein bißchen die "Landschaft". Viel war ja nicht zu sehen, aber ich fand es doch schön, wie sich die Sonne so im Wasser spiegelte. Außerdem war das Wasser doch erstaunlich blau.
Irgendwann legten wir ab und ab zum nächsten Riff. Dort gabs dann auch was zu Essen. Reis und ein kleines Stück Fisch. Satt machte es nicht, aber immerhin gabs überhaupt was. Wir lagen wieder an einem kleinen Riff und wieder wußte niemand Bescheid. Der Reiseleiter war nirgends zu sehen. Gefunden hat man ihn dann schlafend unter Deck, nachdem Ulli nachfragt. Na Tolle Betreuung. Danke Taurus !
An einer Insel war das Wasser sehr klar und ich konnte bis auf den Grund sehen. Das war meine Chance vielleicht doch mal zu gucken. Auch Ulli war in greifbare Nähe und ich nutzte sofort meine Chance. Also ab ins Wasser. Ich bin dann erstmal wie der Blitz zur Insel geschwommen und von da aus begann dann endlich unsere gemeinsame Schnorchel-Tour. Auf diesem Foto sieht man auch schon den Preis, den ich fürs Warten an Deck zu zahlen habe. Ich bin schon ganz rot.
Wir schwommen also direkt vom Strand Richtung Meer und plötzlich tauchten diese vielen Fische vor mir auf. Mir war das nicht geheuer, aber ich dachte, ich muß da durch, wie sollte ich denn sonst zurück zum Schiff kommen. Da die Fische doch weiter unter mir lagen und keine Gefahr bestand tauchte ich also Ulli hinterher, der schon wieder ein ganzes Stück vor mir war.
In der Nähe des Schiffs wurde das Wasser dann auch tiefer und dunkler und Ulli drehte sich auch nicht mehr zu mir um. Ein kleiner Schwarm von Fischen bremste dann meinen Weg und ich traute mich nicht mehr weiter. Ich bekam wirklich Angst und schwomm dann schnell zum Schiff. Froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben erklang dann plötzlich ein Ruf der Schiffs-Crew "Delphine !!, Delphine !!"
Alle Schnorchler kamen wir der Blitz zum Schiff und wir nahmen die Verfolgungsjagd auf. Und tatsächlich, da waren sie. 3 Delphine umschwammen das Schiff. Ich zeichnete alles mit der Videokamera auf. Ulli wollte ins Wasser, aber der Reiseleiter ließ das nicht zu. Anders auf anderen Schiffen. Wir sahen, dass die Gäste des Nachbarschiffes ins Wasser sprang um mit den Delphinen zu schwimmen.
Die Delphine hatten aber wohl keine Lust und verzogen sich dann wieder ziemlich schnell. Schade.
Auf Ullis Frage, wo ich denn war, konnte ich nur noch den Kopf schütteln. Er dachte ich sei hinter ihm. Tja, manchmal reicht Denken eben nicht aus, da muß man auch gucken ! Mich inmitten der wilden Fische einfach so alleine zu lassen. Das war unfair.
Warscheinlich findet der Eine oder Andere Leser des Reisetagebuches mein Verhalten "lächerlich", aber gerade in solchen Situationen muß man sich auf den anderen Verlassen können. Sollte ich mich tatsächlich noch fürs Tauchen begeistern und wir einen Tauchschein machen, muß ich mich auf meinen Tauchpartner 100% verlassen können. Ansonsten bringt das alles nix.
Die Riffe sind manchmal auch gefährlich. Man kann sich verletzen, hängen bleiben oder auch einfach nur von einer Qualle oder einem gefährlichen Fisch berührt werden. Ein Krampf im Wasser kann schon zu einer lebensbedrohlichen Situation werden. Ohne zuverlässigen Partner ist man aufgeschmissen.

Ich überließ Ulli den weiteren Schnorchelgängen seinem Schicksal und blieb an Deck des Schiffes. Am späten Nachmittag ging es dann zurück an Land und der Bus brachte uns dann zurück zum Hotel. Nach dem Duschen wurde mir entgültig klar, dass die Schnorcheltour seinen Preis gefordert hat. Ich war am ganzen Körper krebsrot. Außerdem fühlte ich mich gar nicht gut. Mir war kalt und alles tat mir weh. Und das trotz Sonnenschutzfaktor 30, mit dem ich mich mehrmals eingecremt habe.
Es hilft also tatsächlich nur T-Shirt und eine lange leichte Hose oder ein langer Rock vor Verbrennungen auf dem Meer.

Wir gingen dann zum Abendessen und dort brachte ich trotz aller Köstlichkeiten nix runter. Ich habe so dermaßen gefroren, obwohl ich einen Rolli anhatte. Das artete dann schon in Schüttelfrost aus und sind dann nach dem Essen auch schnell wieder aufs Zimmer und ich habe mich sofort ins Bett gelegt. Auch dort unter der Bettdecke war es kalt, aber ich bin sofort eingeschlafen.