Tag 6 / Geburtstag, Abu Simbel und Entspannung


Um 3 Uhr klingelt das Telefon. Weckruf aus der Rezeption.
Also quälen wir uns aus den Betten und da fällt es mir wieder ein. Ich habe ja heute Geburtstag. Oh Schreck ! 30 Jahre ! . Ein Blick in den Spiegel verrät mir, dass sich nicht viel verändert hat. Also können wir erleichtert in die Bar gehen. Dort gibt es nämlich Tee für alle.
Auf dem Weg zum Bus kriegen wir noch ein Lunchpaket und sehen im Fernsehen kurz die Liveübertragung von der Öffnung der Kammer in der Pyramide.


Um 4 Uhr fährt unser Bus zu einer Bussammelstelle. Wir fahren zum Abu Simbel in einer Kolonne mit Polizeibewachung. Das soll während der Fahrt durch die Wüste für Sicherheit sorgen.
Als alle Busse da sind, gehts los. Wir fahren in die Wüste und da gehts dann los. Die Fahrt erinnert mich schon fast an ein Formel 1 Rennen. Die Busfahrer überholen sich laufend und geben richtig Gas. Wir haben zwar versucht zu schlafen, aber keine Chance.
Nach ein paar Kilometer war der "Kolonnen-Effekt" auch vorbei und der Polizist vorne im Bus schlief tief und fest. Hinter und vor uns war kein Bus mehr zu sehen.
Dann plötzlich war es soweit. Pünktlich wie angekündigt um 6.45 Uhr war der Sonnenaufgang. Leider hatten wir "österreichische Wolken" (Zitat Arabi) am Himmel und konnten nicht alles sehen. Es war trotzdem toll. Das war dann auch der richtige Zeitpunkt, um zu Frühstücken. Dafür hatten wir ja vom Schiff die Lunchpakete bekommen.
Nach fast 3 Stunden (270 km) erreichen wir den weltberühmten Abu Simbel. Erstmal treffen wir auf den Flughafen und dann auf das Örtchen Abu Simbel.
Wir fahren direkt zu einem Parkplatz und müssen dann wieder über einen Basar zur Sicherheitskontrolle. Hinter dem Eingang fallen uns sofort die schlecht gekleideten jungen Männer auf. Sie stehen im Anzug herum und hinten guckt die Bewaffnung raus. .. wenn da mal einer austickt..

Wir gehen also alle gemeinsam um den Berg herum und da taucht er dann auf, bis er vollständig zu sehen ist. Der Abu Simbel. Man hat ihn ja auch versetzt, weil er sonst vom Nasser-See überflutet worden wäre.
Wenn Ihr meine ehrliche Meinung hören wollt. Ich war enttäuscht. Hatte es mir gigantischer und eindrucksvoller vorgestellt.
Der Abu Simbel ist nichts anderes als ein Tempel von Ramses II und Tempel hatten wir ja in den letzten Tagen genug gesehen.
Ich machte aber eine Entdeckung, wovon ich vorher nichts wußte. Man konnte in den Abu Simbel rein gehen. Das war mir neu. Hatte zwar schon sehr viele Bilder von ihm gesehen, aber das wußte ich noch nicht.
Direkt neben dem Abu Simbel steht ein weiterer Tempel, den Ramses für seine Lieblingsfrau Nefer-Tari bauen ließ. Es muß eine sehr große Liebe zwischen den beiden gewesen sein, denn niemals hat ein Pharao einen Tempel für seine Frau bauen lassen.
Als erstes erforschten wir den Tempel von Nefer-Tari und dann gingen wir in den Abu Simbel. Drinnen empfingen uns riesige Statuen von Ramses.
Links und rechts vom Weg standen sie, als würden sie "spalier" stehen und einen hineinsaugen in den Tempel und auch hereingeleiten.
Ansonsten das übliche Tempelinnenleben. Die Reliefs an der Wand erzählten hauptsächlich vom Kriegsgeschehen des Ramses. Ich würde sagen, Ihr guckt Euch für den heutigen Tag einfach nochmal bei Ulli um. Er hat wieder mehr Fotos reingestellt.
Hier seht Ihr nochmal, dass ich wirklich da war ;-) . Auch kann man die Ausmaße des Abu Simbel sehen. Der kleine weiße Punkt bin ich.
Und hier noch ein Foto vom Abu Simbel. Das ist der unwiderlegbare Beweis, dass ich mit 30 besser aussehe, als mit 29 *grins*
Wir fuhren dann nach ca. 2 Stunden Aufenthalt wieder zurück nach Assuan. Wieder in Kolonne und wieder das gleiche Spiel wie vorher. Rennfahrerei und von Kolonnefahren keine Spur. Pünktlich zum Mittagessen sind wir dann auch wieder auf dem Schiff zurück. Übliches Mittagessen. Danach machen Ulli und ich uns auf den Weg in den Souk. Ulli wollte ein paar Dinge einkaufen und vielleicht führt uns der Weg ja am Juwelier vorbei.
Hier nochmal ein Bild vom Souk in Assuan. Hier herrscht ein heilloses Durcheinander. Zumindest für unsere Verhältnisse. Es war auf jeden Fall total spannend in das richtige ägyptische Leben einzutauchen. Weit ab von den Touri-Stätten.
Ulli konnte zwar nicht an seine gesuchten Dinge gelangen, aber einen Juwelier haben wir trotzdem gefunden. Nach einigem Handeln wurden der Juwelier und Ulli sich auch einig und ich hatte ein neues Armband. Es sieht wirklich gut aus. Nicht typisch ägyptisch und das war mir wichtig. Ich möchte es ja auch im Alltag tragen und nicht zu Karneval.

Eigentlich hatten wir für den Nachmittag noch einen Ausflug gebucht. Es sollte zum botanischen Garten gehen, aber ich brauchte mal Zeit für mich. Außerdem konnte ich mir nicht vorstellen, dass um diese Jahreszeit (in Ägypten ist schon Herbst) noch viele Blumen blühen.
Also ging Ulli alleine los. Fahrt mit einer Feluke war sozusagen inbegriffen.

Ich nutzte die Zeit für mich. Meine Füße waren ziemlich angeschwollen. Wer von Euch mal solche Probleme hatte, weiß, wie unangenehm das ist. Ich nutzte also die Zeit, ging ausgiebig duschen und planschte etwas im Pool. Sehr genossen habe ich das leere Schiff, denn die anderen bespaßten sich ja im botanischen Garten.
Jetzt zeigten sich auch mehr Nachteile unserer Anlegestelle. Zwar war die Polizei auf dem Schiff zugegen und schützte meine ausgelassen Pool-Spiele, aber vor Gaffern vom Ufer konnte sie mich auch nicht schützten. Also vermied ich es später im Bikini auf Deck herumzuspazieren, zog mir was an und vertiefte mich in mein Buch.
Bald kam auch Ulli zurück und ich war schon gespannt auf seine Berichte von Kitchener Island - dem botanischen Garten.

Um 20 Uhr war dann Abendessen und die Küchen-Besatzung hatte eine Überraschung für mich. Mit ganz viel Liebe haben sie mir eine Geburtstagstorte gebacken. Der Kellner von unserem Tisch brachte sie rein und sogar eine Kerze brannte drauf.
Bei soviel Geburtstagsüberraschung sieht man doch über den Rechtschreibfehler leicht hinweg.
Nicht nur diese super leckere Torte, sondern auch ein ägyptisches Geburtstagslied haben sie mir gesungen. War mir ja schon ein bißchen peinlich, aber ich habe mich doll gefreut.
Dann gabs von Ulli auch einen dicken Gebutstagskuss. Einfach ein perfekter Geburtstag. Und die Torte war wirklich total lecker.
Um 21 Uhr begann dann der nubische Abend mit Folklore. Diese Veranstaltung gehört eher in die Sparte "Touri-Unterhaltung". Naja, war ein netter Versuch ;-) .
Der Abend endete dann dann mit einem sehr netten Gespräch mit dem dem älteren Ehepaar. Sie haben Ulli auch die Meinung gesagt wegen seiner Qualmerei. Das ging mir natürlich runter wie Öl.
Also wie gesagt, ein sehr gelungener Geburtstag *grins*.