Tag 1 / Hinflug, Luxor und Einschiffung


2.45 Uhr ein schreckliches Geräusch reißt mich aus den tiefsten Träumen. Der Wecker. Noch 2mal weiterdrücken, dann aber aufstehen, Duschen, Kaffee trinken und Auto packen. Ulli kommt nicht in die Pötte, dabei wird die Zeit so langsam knapp. Also trage ich schon mal die Koffer zum Auto.

Auf der Fahrt zum Flughafen wurde mir dann doch etwas mulmig in der Magengegend. Wie habe ich mich bloß darauf einlassen können. Ich und in ein Flugzeug steigen - Liebe macht wirklich blind ;-).

Auf dem Flughafen erwartete uns dann das übliche Vorgehen. Schlange stehen am Lauda-Air-Schalter, Paßkontrolle, Koffer aufgeben. Mittlerweile war es auch schon 6 Uhr und ich brauchte erstmal einen Schnaps. Es rumorte doch ziemlich kräftig im Magen und hatte das Gefühl doppelt so schwer zu sein. Am liebsten wäre ich wieder zurück nach Hause, aber das war ja nicht möglich. Dafür haben wir zuviel bezahlt für den Urlaub.
Also gings in eine Cafeteria, wo Ulli neben Kaffe auch noch einen Jägermeister besorgte. Super. Danach fühlte ich mich doch auch gleich besser und leichten Schrittes konnte es jetzt zum Flieger gehen.
Ganz redselig und frohen Mutes ging es dann zum Durchleuchten.

Wir warteten in der Abflughalle noch ein paar Minuten, da es mal wieder zu Verspätungen kam. Eine gute Gelegenheit die Mitreisenden zu beobachten. Es war alles dabei. Malle-Urlauber, Rentner, und normale Leute.
Ulli packte schon seinen Fotoapparat aus und schoß die ersten Bilder. Dann kam auch der Flughafenbus und brachte uns zum Flugzeug.


Im Flugzeug fanden wir auch sehr schnell unsere Plätze. 22a und 22b. Euch sagt das sicher was, aber mir sagte das nix - erstmal zumindest. Merkte dann aber sehr schnell, dass mein Sitzplatz 22a ein Fensterplatz war. Oh Schreck ! Aber mit dem Jägermeister im Blut setzte ich mich todesmutig auf meinen Platz.
Ich suchte draufhin die Karte für die Sicherheitsanweisung, kontrollierte meine Schwimmweste und schnallte mich an. Wobei ich mehrmals übte, wie man den Gurt schnell öffnet. -- Es schien alles ok zu sein --
Über Video wurden wir dann nochmal aufgeklärt und ich mußte Ulli immer wieder ermahnen sich die Vorstellung anzugucken. Das sind nämlich die richtigen Leute, die meinen sie wissen alles, aber dann im Notfall keinen blassen Schimmer haben und in Panik ausbrechen und nicht wissen, wie man die Schwimmweste bedient.

Als wir anfingen zu rollen, war der Ärger vergessen und mir fiel wieder ein, wo ich eigentlich war. So in Schrittgeschwindigkeit herum zu rollen hat mir gut gefallen. Also meinetwegen könnten wir jetzt wieder nach Hause, aber nix da. Gas geben und ab gen Ägypten.
Als ich die Augen wieder aufgemacht habe, waren wir schon in 10000 m Flughöhe und unter mir war eine weiße Wolkendecke. Also bisher keine besonderen Vorkommnisse und ich konnte mich meinem Frühstück widmen.
Gebäck (so nennen die Österreicher Brötchen + Croissants), Kartoffeln, Rüherei, Schinken, Kaffe und Joghurt. Das reichte allemal aus um den Magen zu füllen.
Während des Fluges lief ein wirklich sehr netter Film über die Videoanlage. "My very fat Wedding". Eine Liebesgeschichte. Der Film lohnt sich, wenn man sich einfach entspannt unterhalten lassen möchte. Ohne Aufregung und mit Happy End.

Zwischendurch guckte ich auch immer wieder runter und über dem Mittelmeer riß die Wolkendecke streckenweise auf und man konnte die griechischen Inseln sehen. Toll, wirklich.
Kurz vor Afrika nutzten wir die Möglichkeit zum zollfreien Einkauf und Ulli erwarb ein wirklich sehr schönes Schmuckstück für mich (natürlich weil er meinen flehenden Augen nicht widerstehen konnte *grins*). So kam ich dann auch zu meinem ersten Swarovski-Stück. Bin schon ganz stolz drauf.

So verging der Flug dann auch "wie im Fluge". Wir flogen über Wüste, Berge, Oasen, Dörfer. Es war wirklich sehr beeindruckend.


Es ist unglaublich, wenn man über das Nildelta fliegt. Links und rechts neben dem Nil ist es unheimlich grün und belebt und direkt daneben "totes" Land und nur noch Wüste.


Nach 4 Stunden landeten wir in Luxor. Als ich ausstieg lief ich sofort gegen eine Wand aus Hitze. Das versetzt einem gleich einen Schlag. Dabei war es gar nicht so warm heute. "Nur" 33 Grad. Das hatten wir diesen Sommer hier in Bratislava ja sehr oft, aber in Luxor wirkt die Hitze doch ganz anders.
Was mir auch sofort auffiel waren die bewaffneten Männer auf der Landebahn. Die sind ziemlich schwer bewaffnet, aber für uns eigentlich nicht bedrohlich.
Wir gingen dann zum Bus und fuhren zum Flughafengebäude. Passkontrolle.
Ulli ließ mich dann stehen und ging rüber zum Schalter, wo man die Videokamera registrieren lassen mußte. Das war ein Fehler, denn kaum war er weg, wurde ich auch gleich primitiv angesprochen. Am liebsten wäre ich wieder nach Hause geflogen.
Dann Kofferkontrolle, nochmal Passkontrolle, Visum eintragen lassen (25 US-Dollar pro Person, bar zu bezahlen) und dann ab zum Bus unserer Reisefirma (Taurus).
Im Bus lernten wir dann unseren Reiseführer kennen. Er heißt Arabi und ist wirklich bemüht. Auch konnten wir einen ersten Blick auf die Menschen machen, mit denen wir die nächste Woche zusammen verbringen werden. Alles Österreicher. Bin ja mal gespannt wie das wird.

Unsere Busfahrt zum Schiff führte durch Luxor, vorbei an Tempeln, verfallenen Häusern, Bananenplantagen und wieder schwer bewaffneten Männern.
Am Schiff angekommen wurden wir erstmal in den Speisesaal gelotst um etwas zu essen. Ich beschränkte mich auf Salat, weil ich ja eigentlich müde war und mich auch endlich mal waschen wollte. Aber Pustekuchen. Erstmal essen und dann kurz Kabine gucken, wir wurden nämlich direkt in die Bar zitiert zur ersten "Lagebesprechung"

Während der Besprechung wurden wir über die Ausflüge informiert und über die Trinkgeldkasse aufgeklärt. Wir zahlen also 25 US-Dollar pro Person an unseren Reiseführer, der die Verteilung übernimmt. Auf der einen Seite finde ich das ok, weil man sich dann nicht drum kümmern muß. Auf der anderen Seite sollte Trinkgeld eine persönliche Belohnung sein, die man nur denen Personen gibt, mit denen man zufrieden ist. Aber nun gut. Hier in Ägypten ist alles anders.
Nach den Informationen durften wir dann endlich in die Kabine. Frisch machen und erstmal auf dem Schiff umgucken.

Unsere Kabine ist auch nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Die Betten stehen auseinander und sind ziemlich kurz. Man merkt, dass das Schiff schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Die Fenster kann man nicht öffnen um zu lüften. Die Kabine gehört mal gestrichen und auch im Bad könnte man so einiges tun. Aber naja, es ist ok.

Für Nachmittags haben wir eine Kutschfahrt in Luxor gebucht. Um 17.30 geht's los. Unser Kutscher heißt Mohammed und behauptet, seine Kutsche wäre der Ferrari von Luxor. Ich beäuge ihn nur kritisch, das Pferd sieht nämlich so aus, als würde es jeden Augenblick Tod umfallen. Man sieht seine Rippen und das Fell ist stellenweise durchgescheuert vom Geschirr. Wir setzten uns trotzdem rein und los geht's. Immerhin haben wir pro Person 18 Euro bezahlt.

In Luxor fahren wir durch den Souk und genießen die arabische Atmosphäre. Ein buntes Treiben, barfüßige Kinder, verschleierte Frauen und diskutierende Männer prägen das Stadtbild. Die Kinder rufen "Hallo" - "Hallo" und betteln was das Zeug hält.

Nach 2 1/2 Stunden sind wir wieder zurück.
Es gibt Abendessen. Internationales Buffet, wozu Nudeln, Fleisch, Reis und Salat gehören. Auch gibt es Oliven und eine Paste aus Kichererbsen. Schmeckt nicht wirklich, aber der Hunger treibts rein.
Unsere Tischgesellschaft besteht aus 2 jungen Pärchen so Mitte 20. Eines davon ist auf Hochzeitsreise. Ich habe den Eindruck, als wären wir der Störfaktor am Tisch. Aber da müssen sie jetzt durch.
Wohlfühlen tu ich mich hier am Tisch nicht, aber was solls. Dauert ja nur 1 Woche.

Danach lassen wir den Abend auf dem Deck bei einem Fläschchen Local-Beer ausklingen. Stella - schmeckt gar nicht übel. Am Nachbartisch sitzen 2 Paare aus Ostdeutschland. Die reisen morgen ab und erzählen etwa von Kakerlaken in ihrer Kabine. Na Toll !



Morgen ist das Tal der Könige dran und der Weckruf kommt um 5.30 Uhr.