JA, ich gestehe, ich fahre sehr gerne schnell und ich fahre sehr gerne schnelle Autos, nur was für viele Autofahrer ein Graus ist, ist für mich überhaupt kein Problem.
Ich habe seit einigen Jahren den Führerschein und habe noch null Punkte in Flensburg. Es gibt kein Blitzfoto und auch kein anderes Strafmandat.
Woran das liegt ? Na ganz einfach, ich fahre immer so, wie es vorgeschrieben ist.
Innerorts fahre ich immer 50 km/h. Zumindest in Deutschland und in Österreich. Hier in der Slowakei ist innerorts 60 km/h vorgeschrieben.
Auf der Landstraße fahre ich 100 km/h (in SK 90 km/h) und auf der Autobahn fahre ich so schnell wie ich kann, wenn es erlaubt ist (in SK sind 130 km/h erlaubt).
Ganz bestimmt haben schon sehr viele auf mich geschimpft. Es gibt da ja so tolle Bezeichnungen wie "Tachoeicher", "Lenkradmitzweihändenfesthalter", "Hutträger", "Lammfellaufsitzleger" usw.
Meiner Meinung nach ist 50 km/h innerorts an vielen Stellen noch zu schnell. Man muß immer damit rechnen, dass eine Autotür aufgerissen wird, ein Kind, ein Hund oder ein Rentner auf die Straße läuft und man plötzlich ausweichen muß.
Auch die 30er-Zone ist vielerorts berechtigt. An Schulen, Kindergärten, Altenheimen und problematischen Stellen ist es sogar sinnvoll. Wie schnell kann an diesen heiklen Stellen etwas passieren.
Sehr oft passiert folgendes: Autos kommen mir entgegen. Sie blinken, winken und machen Lichthupe. Dann weiß ich schon, dass irgendwo eine Radarkontrolle steht. Ich bin schon gespannt und wette mit mir selber, wieviele wohl schon dastehen, bis ich dort ankomme.
Der Fahrer hinter mir, der mich schon seit einigen Kilometern bedrängt und mit Lichthupe anleuchtet, bremst plötzlich ab und hält sogar Abstand. Und das, wo ich ihn gerade zum Kaffe einladen wollte. Meinen Kofferraum kannte er ja quasi schon von innen.
Ich frage mich immer, was das wohl soll. Wieso hält der sich nicht gleich an die Geschwindigkeitsbegrenzung ?
Wenn er es eilig hat, dann soll er doch etwas eher losfahren ? Nein, stattdessen gefährdet er mich. Wieso ? Na ganz einfach. Er bedrängt mich, verführt mich dadurch vielleicht zum Schnellfahren und hetzt mich durch eine Radarkontrolle, wo ich vielleicht meinen Führerschein riskiere. Dann könnte es passieren, dass ich aprupt bremsen muß, und dann ? Er würde mir volle Kanne hinten drauf fahren. Und dann noch behaupten, dass ich einfach gebremst habe. Dass er mir bis auf 1 cm aufgefahren ist, ist dann wohl egal.
Und so könnte ich meine Liste noch endlos weiterführen.
Meistens sehe ich die Kontrollen gar nicht. Egal, ob es eine mobile Einheit ist oder ein fest installierter Kasten. Meine Bekannten sind immer entsetzt, weil ich ohne zu blitzen durch die Weltgeschichte fahre.
Übrigens sind die Blitzer in der Slowakei so dermaßen gut versteckt, dass ich immer überrascht bin, die Beamten beim Rauswinken zu sehen.
Ja, ich gestehe, ich habe etwas gegen die Leute, die mit den großen gelben Radarwarnschildern an der Straße stehen. Ich bin auch kritisch den Leuten gegenüber, die den anderen Zublinken und sie dadurch warnen. Sehr froh wäre ich, wenn dieses Verhalten bestraft werden würde. Aber darauf kann ich wohl noch lange warten.
Im Gegensatz dazu gibt es selbstverständlich Stellen, wo der Grund der Geschwindigkeitskontrollen bzw. die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht eindeutig erkennbar ist und man ist versucht, ihn mit einer "Gemeinde-Einnahmequelle" zu vergleichen.
Dieser Vorwurf sollte geprüft werden und ggf. sollte die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben oder raufgestuft werden. Da sollte schon ein Verständnis auf gegenseitiger Basis gefunden werden.
An den Radarkontrollen passieren immer wieder schwere Unfälle, weil Autofahrer plötzlich eine Vollbremsung machen. Andere Autofahrer zerstören den Blitzkasten. Die Aktion "Blitzkastenzerstörung" empfinde ich als vollkommen schwachsinnig und man sollte (ehrlich gesagt) den Geisteszustand der Leute prüfen.
Wie uns allen bekannt wurden ja leider sogar schon Beamten bei der Kontrolle erschossen.
Nichts ist unangnehmer als unvorbereitet in eine Radarkontrolle hineinzusausen. Wem dies selbst bereits einmal passiert ist, der ist natürlich versucht, andere Verkehrsteilnehmer (mit Lichthupe oder auf anderem Wege) vor einer drohenden Verkehrskontrolle zu warnen. In dem vom OVG Münster zu entscheidenden Fall hatte jemand jahrelang durch Schilder mit der Aufschrift "Radar" vor mobilen Kontrollen gewarnt und vor Gericht eingewandt, schließlich würden ja auch die Behörden an vielen Stellen Schilder mit der Aufschrift "Radarkontrolle" aufstellen. Außerdem würden durch sein Verhalten die Verkehrsteilnehmer ja geradezu dazu angehalten, nicht schneller als erlaubt zu fahren. Er halte also andere zur Einhaltung des Rechts an; das könne nicht rechtswidrig sein.
Das OVG Münster erklärte sein Verhalten trotzdem für rechtswidrig. Nicht angekündigte und verdeckte Radarkontrollen sollen nach Ansicht des Gerichts dazu dienen, Autofahrer festzustellen, die regelmäßig die Geschwindigkeit überschreiten und sie für die Zukunft davon abhalten (Erziehung durch Abschreckung). Dieser Effekt werde durch die Warnungen des Antragstellers zunichte gemacht. Der Antragsteller beeinträchtige oder verhindere damit die polizeiliche Arbeit.
Dieses Urteil scheint ja auch niemanden zu beeindrucken.
Meiner Meinung nach kann auf Geschwindigkeitsbegrenzung und Kontrollen komplett verzichtet werden, wenn jeder Autofahrer vernünftig und denkend fahren würde.
Oder muß erst in jeder Familie ein Kind überfahren werden, damit man mal umdenkt ??