Die Slowakei


"Der Himmel ist klar wie das Auge eines Fisches,
die Sonne brennt wie enttäuschte Liebe,
das Feld ist gelb, die Wiesen abgemäht, die Erde durstig -- nun, es ist Sommer.
Kurz sein Leben am Fuß der Tatra,
und was ihm an Zeit fehlt,
versucht er durch Kraft zu ersetzen."

S.H.Vajansky

Besser könnte man es nicht beschreiben, als es Vajansky in seinem Gedicht getan hat.
Die Klarheit des Himmels und das brennen der Sonne - genauso ist es hier in der Slowakei.

Allgemeines:
Die Slowakei hat eine Fläche von 49039 km2 und ungefähr 5,5 Millionen Einwohner. Sie ist also etwas größer als die Schweiz. Gegliedert wird sie in 8 Regionen (Banskobystricky, Bratislavsky, Kosicky, Nitriansky, Presovsky, Trenciansky, Trnavsky, Zilinsky ) und Ihre Hauptstadt ist Bratislava (Preßburg).
Das Land ist überwiegend gebirgig, doch im Donaubecken an der Grenze zu Ungarn und zur Ukraine erstrecken sich weite Tieflandebenen. An der Grenze zur Tschechischen Republik erheben sich die Kleinen Karpaten. Im Zentrum der Slowakei liegen die parallel verlaufenden Gebirgszüge der Niederen und der Hohen Tatra sowie des Slowakischen Erzgebirges.
Das Klima ist kontinental mit kalten Wintern, warmen Sommern und häufigen Gewittern. Im äußersten Osten und in den Gebirgen gibt es wesentlich höhere Niederschlagsmengen und der Winter kann streng werden.

Seit 1993 gehört sie nicht mehr zur Tschechoslowakei, die 2 Länder haben sich am 1.Januar voneinander getrennt. Umgeben ist die Slowakei also von der Tschechien, Polen, Österreich und der Ukraine.

Hier in der Slowakei leben ca. 60% der Bevölkerung in den Städten. Die Menschen hier sind zwar Slowaken, aber früher hat es schon "Mischehen" gegeben. So gibt es also heute noch deutsche Familiennamen oder auch ungarische. Glaubt man einer ofiziellen Statistik, dann leben hier 86% Slowaken, 10% Ungarn, 1,1% Tschechen, 0,60% Ukrainer und ca. 0,10% Deutsche. Auch leben hier ca. 0,06% Polen. Die Romas werden auf ca. 5% geschätzt.

Und wo wir gerade bei der Statistik sind: Neben dem öffentlich-rechtlichen Slowakischen Rundfunk gibt es 22 private Regionalsender. 2 öffentlich-rechtliche und 56 private Fernsehsender. Auf 1000 Einwohner kommen 580 Radios, 402 Fernseher, 307,6 Telefone, 170,6 Handys, 10 Faxgeräte, 74,3 PCs und 5,24 Internetzugänge. Es erscheinen 18 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von rund 978 000 Exemplaren.

Geheiratet wird hier wie in Deutschland auch. Standesamtlich (und) kirchlich. Da gerade auf dem Land die Religion wichtig ist, wird meist beides gemacht. Das Hochzeitsfest nach der Trauung dauert bis zum nächsten Morgen und die Feierlichkeiten können sich über Tage hinziehen.
Da Wohnraum knapp ist, leben viele jung verheiratete Paare anfangs bei den Eltern eines Ehepartners.
Die meisten slowakischen Familien haben zwei bis drei Kinder. Sparmaßnahmen führten dazu, dass soziale Leistungen, die früher kostenlos waren, heute bezahlt werden müssen. Es gibt aber weiterhin bezahlten Mutterschaftsurlaub, einen Zuschuss für die Geburt eines Kindes und Einrichtungen zur Betreuung von Kindern.
Die meisten Frauen sind berufstätig, sie machen etwa 47,8 Prozent der Erwerbstätigen aus. Oft müssen sie sich auch noch um den Haushalt und die Kinder kümmern; die Zahl der Männer, die Haushaltspflichten übernehmen, nimmt aber ständig zu. In den Städten wohnen die meisten Familien in kleinen und einfachen Wohnungen, die während der kommunistischen Herrschaft gebaut wurden. Das sind die Plattenbauten, die man aus der ehemaligen DDR kennt. Auf dem Land leben die Menschen oft in ihren eigenen Häusern und dann auch sehr oft mit mehreren Generationen unter einem Dach. Diese Häuser gleichen oft sogar kleinen Höfen mit Hühnern, Ziegen, Garten und eigenem Wein.
Eingeschult wird man hier mit 6 Jahren und es besteht Schulpflicht für 8 Jahre. Man geht hier wie in Deutschland auch am Vormittag zur Schule. Die Klassen 1-4 gehen bis 16 Uhr in die Schule, wobei am Nachmittag Hausaufgaben usw. gemacht wird.

Die Republik ist ein Staat mit Parlament und Regierung. Unser Staatsoberhaupt (z.zt.) Rudolf Schuster ist der Präsident und auch zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Interessant ist, dass erst seit 1999 der Präsident direkt vom Volk gewählt wird. Seine Amtszeit beträgt dann 5 Jahre. Natürlich kann er wiedergewählt werden.
Premierminister ist z.zt. Mikulas Dzurinda.
Wirtschaftlich gesehen ist die Slowakei ein wichtiges Land. Sie unterhält viel Austausch mit Deutschland und anderen Ländern. Im Jahr 2000 hatte man hier eine Arbeitslosenquote von 19% und der Durchschnittslohn war ca. 275 Euro.

In der Slowakei gibt es natürlich auch Weltkulturerbe. Anerkannt sind das geschütztes Bauerndorf Vlkolinec; Spissky Hrad (Zipser Burg) mit Spisske Podhrarie (Kirchdrauf) und Spisska Kapitula (Zipser Kapitel); Bergbaustadt Banska Stiavnica; Höhlen im Aggteleker und Slowakischen Karst. Die Orte, die wir schon besucht haben könnt Ihr von der Startseite her angucken.

Jetzt aber genug der Statistiken.
Natürlich sind die Slowaken ein Volk des guten Essens und der Gesellschaft. Zu den beliebtesten slowakischen Speisen zählen Rezen (paniertes Schnitzel) und Kartoffeln sowie andere Fleischgerichte, die mit Kartoffeln, Reis, Knödeln oder Nudeln gegessen werden. Auch Süßspeisen, wie z. B. Pflaumenknödel, werden als Hauptmahlzeit gegessen.
Das Nationalgericht ist Bryndzové Halušky, kleine Knödel mit Schafskäse.
Beliebte Desserts sind Kolác (Nuss- oder Mohnbrötchen) und Torta (Kuchen).
Zum Frühstück gibt es Brot oder Brötchen, Wurstaufschnitt und Käse.
Die Hauptmahlzeit wird traditionell mittags eingenommen und besteht meist aus Suppe, Fleisch und Knödeln oder Kartoffeln und Gemüse. Zu Beginn der Mahlzeit sagt das Familienoberhaupt Dobrú Chut' (“Guten Appetit”), die übrigen Familienmitglieder antworten mit dem gleichen Wortlaut.
Beide Hände bleiben über dem Tisch, die Ellbogen werden nicht aufgestützt. Weder Hände noch Servietten sollten in den Schoß gelegt werden. Als Vorspeise wird oft ein Teller mit frisch gebackenem Brot gereicht.
Es ist üblich, beim Essen nicht zu reden und sich erst nach der Mahlzeit zu unterhalten. Der slowakische Trinkspruch zu allen Gelegenheiten heißt Na zdravie (“Auf die Gesundheit”). In Restaurants ist es üblich, zur Mahlzeit Bier, Wein oder alkoholfreie Getränke zu trinken und danach einen türkischen Kaffee zu genießen. Milch gilt ausschließlich als Kindergetränk. Wasser gibt es nur auf Wunsch und dann sollte man auch dazu sagen, dass man Mineralwasser wünscht ("Mineralku").
Man sieht also, die Slowaken sind ein sehr traditionsbewußtes Volk. Auch über die Umgangsformeln erstaunt man, wenn man es nicht gewohnt ist. Man ist sehr höflich miteinander und sollte die allgemeinen Regeln beachten.
Wie bei uns reicht man sich zur Begrüßung die Hand, wobei man natürlich darauf achtet, dass sich die Hände nicht überkreuzen. Bei der Verabschiedung gibt es für die Frauen ein Küßchen auf die Wange und die Männer reichen sich die Hände.
Förmliche Anreden sind z. B. Pan (“Herr”) oder Paní (“Frau”), gefolgt von einer Berufsbezeichnung (“Doktor”, “Ingenieur”, “Professor”) und dem Nachnamen. Unter Freunden und unter jungen Leuten wird meist nur der Vorname verwendet.
Familienmitglieder und gute Freunde besuchen sich meist unangekündigt. Zu einer Einladung ist es üblich, eine Flasche Wein oder eine ungerade Anzahl Blumen mitzubringen, die man erstaunlicherweise nicht vorher verpackt, wie es in Deutschland üblich ist. Von Gästen wird erwartet, dass sie ihren Hut absetzen und auch die Straßenschuhe auszuziehen. Von fremden Gästen (Ausländern) wird es zwar nicht unbedingt erwartet, aber Hausschuhe stehen bereit und der Gastgeber ist begeistert, wenn diese Tradition auch von dem ausländischen Gast vollzogen wird.
Wenn übrigens Slowaken zu uns kommen, dann ziehen sie immer die Schuhe aus und laufen notfalls auch mit Socken durch die Gegend. Wir haben aber mittlerweile vorgesorgt und Hausschuhe stehen auch bei uns bereit.
Normalerweise werden Gästen Erfrischungen angeboten und man lehnt das erste Angebot erst einmal ab. Fragt mich nicht wieso, aber das ist nun mal höflich.
Auf dem Land servieren Slowaken Freunden oder Verwandten Slanina ( selbst geräucherter Schinken) mit Brot und selbst gebrannten Slivovica (Sliwowitz: Branntwein aus Zwetschgen). Zu besonderen Gelegenheiten wird auch eine Platte mit Schinken, Käse, Eiern, Gemüse oder Süßwaren gereicht. Leere Gläser und Tassen werden vom Gastgeber immer nachgeschenkt und man lässt entweder einen Rest im Glas um zu signalisieren, dass man nichts mehr möchte, oder man hat später einen Schwips *lach*.
Da der Arbeitstag früh beginnt, gehen Besucher an Wochentagen meist vor 23 Uhr wieder.

In der Freizeit sind die Slowaken ein sehr unternehmungsfreudiges Volk. Ausgehen, ins Kino, Theater, Kabarret oder sonstige Veranstaltungen sind meist ausverkauft. Fußball, Schwimmen, und alle anderen möglichen Sportarten werden angeboten. Der "Nationalsport" ist Eishockey und die slowakische Mannschaft ist 2002 Weltmeister geworden. Auf diesen internationalen Erfolg sind die Menschen hier unheimlich stolz und man erkennt das freudige Glitzern in ihren Augen, wenn sie darüber erzählen.

Das Sprichwort Kde Slovák, tam spev bedeutet “Wo ein Slowake ist, da ist auch ein Lied”. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Hier wird sehr gerne gesungen und getanzt. Das Kulturgut wird sowieso sehr gepflegt. Kinder kommen schon in die "Trachtengruppe", wo sie auch als Erwachsene in traditionellen Trachen mit Begeisterung singen und Tanzen. Auf die Volksmusik sind die Slowaken sehr stolz, da es auch sehr viel von der Tradition und Sprache des Landes enthält.

Ihr seht also, ein Besuch hier bei uns in der Slowakei lohnt sich wirklich. Es ist ein wunderschönes Land und man kann hier unheimlich viel entdecken.

Jetzt weiterhin viel Spaß beim Entdecken der Städte und Orte hier auf den Slowakei-Seiten in TanjasWelt.

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