Cachtice
(Csejthe, Schächtitz)
"...Darvulia, ihre vertrauteste Kammerfrau, brachte einen Eimer Wasser aus dem Haus. Die Frauen stützen Ilonas Körper, während Elisabeth das Wasser über die blasse Gestalt goss. Das Wasser gefror schnell, und das Mädchen erstarrte auf der Stelle.
Einen Moment lang betrachteten die Frauen staunend die lebende Statue. Ein blattförmiger Eiszapfen, scharf wie ein venezianischer Glassplitter, wölbte sich zwischen den Beinen des Mädchens hervor. Das Schamhaar über dem Zapfen war mit glitzernden Kristallen besetzt. Auch ihr Bauchnabel hatte sich mit Kristallen gefüllt, einer funkelnden Traube aus kleinen Juwelen. "Schönheit" sagte Elisabeth kalt, "wie mühelos heftest du dich an die fügsamen!"..."

Elisabeth Barthory - eine ungarische Gräfin. Geboren wurde sie 1560 in einer der reichsten Familien der Welt. Die Familie Bathory war eine der mächtigsten und einflussreichsten Familien Ungarns.
Man sagt, dass sogar der König von Ungarn Schulden bei der Familie hatte. Ihr Onkel Kardinal Stephan Bathory wurde später zum König von Ungarn gekrönt.
Elisabeth selber lebte bis 1614.
Eigentlich könnte man meinen, dass so ein Mädchen keinen Kummer und keine Sorgen hat. Wohlbehütet aufgewachsen im Reichtum, beschützt und mit allem gesegnet, was man sich wünschen kann. Aber in Elisabeths Fall war es anders. Als sie ca. 9 Jahre alt war, kam es zu einem Bauernaufstand, der sich bis in Ihr Elternhaus (Schloß) fortsetzte. Nach einer spektakulären Flucht mit ihren 2 Schwestern und den Kindermädchen, wurden sie doch eingeholt und Elisabeth mußte mitansehen, wie die Kindermädchen ermordet und ihre Schwestern vergewaltigt und erhangen wurden. Elisabeth selber passierte nichts, weil ihr Kindermädchen sie noch rechtzeitig im Baum verstecken konnte.
Nach der Tat flüchtete sie sich in das nächste Dorf. Dort wurden die Täter gefangen, vor ihren Augen gefoltert und viergeteilt. Man erzählt sich, dass Elisabeth sich vor lauter Aufregung/Erregung einuriniert habe.
Wie es damals üblich war, war auch Elisabeth einem Mann versprochen. Mit 15 Jahren also im Mai
1575 heiratete sie den 21. jährigen Franz Nadasdy. Er war der Sohn des ehemaligen, ungarischen Palatinus.
In der Nach vor der Trauung kam es zu einem Skandal. Ein König (Matthias II., ein Gast auf der Hochzeit) kam im volltrunkenen Zustand in Elisabeths Zimmer. Sie stand nackt vor dem Spiegel und probierte nochmals das Brautkleid. Ihre Dienerinnen waren auch anwesend. Der König war so überrascht, dass er Elisabeth einen Heiratsantrag machte. Elisabeth aber war so dermaßen wütend, dass sie ihre Dienerinnen so heftig schlug, dass die mit blutigen Wunden übersäht waren.
Ihr Bräutigam stellte den König zur Rede und dieser forderte das "jus primae noctis" - das Recht der 1. Nacht. Dies war schon seit 200 Jahren in Ungarn nicht mehr passiert. Aber Elisabeth und Franz gaben dem König ein Schlafmittel und so mußte er verzichten.
Von genau dieser Hochzeit zwischen Elisabeth Barthory und Franz Nadasdy stammt ein ungarischer Feiertag. Und zwar "Der Tag an dem die Mädchen gekniffen werde" . Das kommt daher, dass sich auf der Hochzeit warscheinlich die gesamte Hochzeitsgesellschaft vergiftet hat und zwar mit Mutterkorn. Das kam zur damaligen Zeit sehr häufig vor und zwar nach dem Genuß von Roggenmehl. Nach dem die zwei also die Hochzeitsnacht vollzogen hatten, befahlen sie, dass alle Bewohner nackt herumlaufen sollten.
Durch die Ehe zog sich ein roter Faden an sexueller Perversion. Hier ein Beispiel: Es wird erzählt, dass Franz auf Wunsch von Elisabeth einmal ein 12 jähriges Mädchen entjungferte und Elisabeth dieses dabei auspeitschte.
Irgendwann mußte Franz in den Krieg und auch dort setzte er seine perversen Spielchen fort. Vergewaltigungen säumten seinen Weg. Bekannt wurde er auch als der "schwarze Ritter".
Elisabeth war dann alleine auf der Burg und sie versuchte sich die "Zeit zu vertreiben". Neben der Regierungsarbeit und dem Verwalten des Landes suchte sie sich auch immer wieder Geliebte. Das konnten Männer wie Frauen sein. In dieser Zeit begann Elisabeth auch junge Mädchen um sich zu scharen. Sie ließ sie aus den umgebenen Dörfern kommen.
Die Mädchen wurden gefoltert, gedemütigt und sexuell mißbraucht. Wenn sie mit ihnen fertig war, waren sie Tod und oft lagerte Elisabeth sie einfach unter ihrem Bett. Ihre Dienerschaft räumte die Leichen dann weg und brachten sie auf die umliegenden Felder, wo sie von den Wölfen gefressen wurden. Angeblich soll sie sich aus den Schamhaaren der Mädchen einen Mantel und einen Bart haben machen lassen.
Eine Aussage später: "... es vielleicht nichts schlechteres gab, als zuzusehen, wenn meine Herrin einem armen Mädchen mit einem Bart aus Schamhaar im Gesicht in die Schamlippen biss..."
1584 mußte Elisabeth auf Befehl ihres Mannes den Aufenthaltsort wechseln. Bisher lebte sie auf Schloß Keresztur und nun wechselte sie nach Ungarn . Dort herrschte gerade die Pest und Elisabeth ließ alle Menschen in den befallenen Dörfern begraben. Egal ob Tod oder lebendig. Auch alle Juden in ihrem Regierungsbereich ließ sie töten, weil sie die für die Pest verantwortlich machte.
1604 verstarb Franz im Krieg auf dem Schlachtfeld. Demzufolge schmiß sie ihre Schwiegermutter aus dem Schloß und jagte ihre 4 Kinder weg. Nach dem Tod von Franz schien der Verstand vollkommen mit ihr durchgegangen zu sein.
Hier ein paar Beispiele, was sie danach alles so trieb:
- sie steckte glühende Nadeln in die Körper oder unter die Fingernägel der Mädchen
- Dienerinnen wurden gebrandmarkt
- heiße Schlüssel wurden auf der Haut ausgeglüht
- sie biß Fleischstücke aus den Körpern (bei lebendigem Leib) und kaute lange darauf herum
- sie trank das Blut und auch das Menstruationsblut der Mädchen
- viele Mädchen starben auch in einer eisernen Figurine.
Der einzige Sinn war, das Blut der Mädchen zu bekommen. Sie trank es und sie badete darin. Sie erhoffte damit ewige Jugend und Schönheit zu erlangen.
Es wurde immer schwerer die Leichen zu entsorgen und auf den umgebenen Feldern stapelten sich die toten Körper. Die Leichen waren total Blutleer und die Dorfbewohner meinten die Gräfin sei eine Vampirin. So kam Elisabeth Bathory zu ihrem Namen - DIE BLUTGRÄFIN.
Elisabeth Bathory brachte insgesamt 612 Menschen um. 12 Jahre konnten diese Blutorgien auf Cachtice vollzogen werden. Bis ein Priester dem Ganzen ein Ende setzte. Jan Ponikenus Ponicky ging nach Bratislava und zeigte Elisabeth an. Vorher hatte es keiner getan, um die adelige Familie Barthory nicht zu "beschmutzen" .
1611 fand ein Gericht statt. Elisabeths Helfer wurden zum Tode verurteilt und geköpft bzw. verbrannt.
Elisabeth Bathory selber wurde in dem Nordturm von Cachtice lebendig eingemauert. Sie soll vom Hunger eigene Körperteile gegessen haben. Einige ihrer Sympathisanten reichten Ihr durch Luftschlitze Essensreste, aber die konnten Ihren Hunger auch nicht stillen..
Am 21. August 1614 verstarb sie. Sie war da gerade 54 Jahre alt.
Unter ihrem Bild geht es weiter mit meinen Anmerkungen und den Tipps.

Meine Anmerkungen:
Man grübelt immer wieder wie es zu diesen Taten gekommen ist. Erklären tut man sich das mit dem inzestuösen Verhalten der damaligen Zeit. Die adeligen in Ungarn heirateten alle irgendwie untereinander und so kam es in der Familie der Barthory zu gestörten Verhaltensweisen. Elisabeths Bruder zum Beispiel war ein schwachsinniger Satanist und eine ihrer Tanten war eine bekennende Hexe und opferte sogar ihr eigenes Kind.
Über den Verbleib ihrer Leiche gibt es mehrere Versionen.
1. eingemauert auf Cachtice
2. Beerdigt auf Cachtice
3. Beerdigt auf Cachtice und später in die Gruft in die Dorf-Kirche überführt (am 25.11.1614)
4. Beerdigt in der Familiengruft in Budapest auf dem Friedhof Lamosz
Mir persönlich gefällt die Einmauerung am Besten. Das paßt zur damaligen Situation. Die Kirchen-Version finde ich sehr weit hergeholt. Denn gerade der Kirche haben wir es zu verdanken, dass die Greultaten aufgedeckt wurden.
Cachtice Heute:
Die Burg Cachtice ist kein Anziehungspunkt für Touristen. Das wird sich meiner Meinung nach ganz bestimmt verändern.
Unten im Dorf Cachtice befindet sich ein kleines Museum. Der Eintritt kostet 10 SK (ca. 25 cent) und man kann alles über die Geschichte des Dorfes und der Burg und damit über Elisabeth erfahren. Wir wurden dort sehr freundlich empfangen. Leider findet keine Führung statt und die Beschriftung der Vitrinen, Bilder und Möbelstücke ist auf slowakisch. Wir wußten aber schon bescheid, da wir uns ja vorher schon vorbereitet hatten.
Vom Museum fährt man dann entweder ca. 10 Minuten mit dem Auto den Berg rauf, oder man läuft eine geteerte Straße. Ich schätze mal mit einer Wegstrecke von ca. 1 Stunde. Wir haben den bequemeren Weg genommen und sind mit dem Auto gefahren.
Oben auf dem Berg ist wirklich nichts weiter als die Burg und rundherum wunderschöne Landschaft. Vom Parkplatz läuft man ca. 5 Minuten bist zum Haupteingang.
Die Burg selber ist eine vollkommene Ruine, in der es keine befestigten Wege gibt. Also feste Schuhe, am besten Wanderschuhe anziehen. Schmuck ist auch vollkommen fehl am Platz. Man verkratzt sich nur die schönen Stücke, weil man sich immer wieder an Mauerstücken festhalten muß.
Auch möchte ich empfehlen Wasser und eine kleine Vesper mitzunehmen. Wir sind ca. 1 1/2 Stunden in der Ruine rumgestiegen und das macht ziemlich durstig und auch hungrig.
Sagen um Cachtice:
Auch erscheint Elisabeth Bathory einigen Besucher. Sie steht dann vor einem und macht Zeichen, ihr zu folgen. Keine Angst, sie tut einem nichts. Wenn Du mutig genug bist und sie Dich für den richtigen hält, dann folge ihr in die Tiefen der Burg von Cachtice. Sie zeigt Dir die goldene Schlange mit dem goldenen Schlüssel. Er führt Dich zu unendlichem Reichtum ... der Schatz der Bathory..
Jetzt guckt Euch mal die Bilder an. Es war wirklich toll und ich hoffe, dass ihr alle mal die Möglichkeit haben werdet, diesen wunderbaren Ort zu besuchen. Die Atmosphäre dort ist unschlagbar...und vielleicht begegnet ja gerade DIR die Bathory und geleitet Dich zur goldenen Schlange...
Wenn Ihr die Fotos anklickt, dann werden sie größer.