Bratislava


Eine Stadt an der Donau, die Hauptstadt der slowakischen Republik.

Hier lebe ich seit über 2 Jahren und ich möchte versuchen, Euch über Bratislava zu informieren. Sicher werde ich hier immer wieder etwas verändern, da ich ja auch "mitlebe" und immer wieder was entdecken werde.

Die Österreicher nannten sie Pressburg, die Ungarn Poszony(1535 wurde Bratislava zur Hauptstadt Ungarns) und die Slowaken nennen sie Bratislava.
Bratislava liegt wie Budapest und Wien an der Donau. Hier leben ca. 550.000 Einwohner
Von Wien ist Bratislava nur 65 km entfernt. Noch um 15 km kürzer ist die Entfernung zum internationalen Wiener Flughafen Schwechat.
Zwischen Bratislava und Budapest beträgt die Entfernung 180 km und zwischen Bratislava und Prag 330 km.
Man sollte es nicht für möglich halten, aber es gab Zeiten, da fuhr eine Straßenbahn von Wien nach Bratislava. Es war damals üblich, am Wochenende nach Bratislava oder umgekehrt nach Wien zu fahren. Heutzutage sieht es etwas anders aus. Die meisten Wiener waren noch niemals in Bratislava. Einige nutzen den Opern-Tourismus, um billig in die Oper zu gehen. Zu diesem Anlass gibt es ganze Bustouren.
Wenn man von Wien über die Landstraße fährt, kann man schon von weitem die Burg sehen. Sie ist ein Beweis für den ehemaligen Reichtum der Stadt. Die Burg hat 4 unterschiedliche Türme und ist das Wahrzeichen von Bratislava. Strategisch günstig überblickt man von dort die Donau, sowie die Altstadt. Sie wurde laufend umgebaut, aber die intensivsten Umbauten wurden unter Maria Theresia gemacht. Sie hielt sich sehr oft in Bratislava auf und wurde hier im Dom auch gekrönt.
Ausgrabungen beweisen eine Besiedlung schon 5000 v. Chr.

Bratislava bildete nicht nur zusammen mit Devin die Zentren des gemeinsamen Staates der westslawischen Stämme - des Großmährischen Reiches, sondern war später auch Krönungsstadt. Nachdem ein Teil budapests von den Türken besetzt wurde, wurde Bratislava Haupt- und Krönungsstadt Ungarns. Hier wurden 11 Könige und 8 Ehegattinnen gekrönt. Unter anderem auch Maria Theresia.
1811 ist die Burg vollkommen ausgebrannt und wurde erst in den 60er Jahren wieder aufgebaut. (Bin mir nicht so sicher, ob die Aufbau-Angabe stimmt. Wer mehr weiß, kann mir mailen.)

Nach ewigem Hin und Her(Hitler wollte die Slowakei aufteilen, Einfall der Ungarn, Abtretung von Landesteilen an die Ungarn, usw.) ist die Slowakei 1941 zum Dreimächtepakt beigetreten. Es wurde dann aktiv gegen die UDSSR Krieg geführt. 1944 wurde wieder ausgetreten und 1948 haben die Kommunisten die Macht übernommen.

1993 Wurde die Slowakei selbstständig. Die Slowakische Republik mit Ihrer Hauptstadt Bratislava wurde geboren.

Bratislava heute im neuen Jahrhundert ist auch fast 10 Jahre nach Wegfall des Sozialismus noch von diesem geprägt. Das Stadtbild zeigt sozialistischen Plattenbau und Schlaglöcher in den Straßen. Die Menschen fahren hier Lada und Skoda. Immer mehr tauchen aber auch VW, BMW und Audi auf.
Die Straßenverhältnisse und auch die Gebäude werden laufend saniert, ausgebessert oder komplett erneuert. Bratislava lebt und man kann die Entwicklung mitverfolgen.

Viele Gebäude sind trotzdem noch vernachlässigt und die Atmosphäre ist in manchen Straßenzügen warscheinlich mit der ehemaligen DDR zu vergleichen.
Aber wie gesagt, man sieht den Fortschritt und an jeder Ecke wird restauriert und gebaut. Was für Schmuckstücke da zum Vorschein kommen, könnt Ihr nachher auf den Fotos sehen.

Hier gibt es unheimlich viel Einkaufsmöglichkeiten. Supermärkte, die ich in der Größe mein ganzes Leben noch nicht gesehen habe und Einkaufscentren, wo man mich 24 Stunden alleine lassen könnte *grins* aber lieber ohne Geld.
Wobei wir schon beim Thema wären. Die Landeswährung ist die sklowakische Krone. 100 Kronen sind ca. 2 Euro 50 cent. Der Durchschnittslohn liegt bei ca. 250 Euro. Lebensmittel, Alkohol und Zigaretten sind hier sehr billig aber Elektrogeräte und Kleidung kostet soviel wie in Deutschland auch. Ich bin mal gespannt ob ich nochmal rauskriege, wie die Menschen das hier machen. Sie verdienen so wenig und können sich sehr gute und elegante Kleidung leisten. Die Leute sind unheimlich gut angezogen. Stellt Euch mal eine deutsche Hausfrau vormittags um 10 Uhr im Edeka vor. Schlabberpulli, Turnschuhe und Jeans. Hier in Bratislava seht Ihr sowas nicht. Keine Frau würde schlecht angezogen auf die Straße oder zum Einkaufen gehen. Es ist immer wieder erstaunlich wie die Menschen hier das hinkriegen.
Das gigantischste sind hier die Öffnungszeiten. Die Läden öffnen um 7.00 Uhr morgens und schließen um 22.00 Uhr. Die großen Supermärkte haben sogar 24 Stunden geöffnet. Diese Öffnungszeiten gelten immer. Egal ob Samstags, Sonntags oder Wochentags.

Hier in Bratislava kann man sehr gut essen gehen. Da es sehr preisgünstig ist, gönnen wir uns das immer mal wieder. Die Slowaken essen sehr gerne Fleisch. Das gibt es in allen Variationen. Gerne essen sie es gefüllt mit Kartoffelteig oder Eiern und Pilzen. Dazu gibt es die berühmte Tartarensauce. Das ist eine Art Majonaise mit Kräutern, die hat auch gar keine Kalorien ;-) - ich habe zumindest noch keine gesehen. Zu jedem Gericht gibt es Krautsalat. Das scheint hier sowas wie Verdauungshilfe zu sein *lol* schmeckt aber sehr lecker.

Ihr fragt Euch jetzt bestimmt wie wir uns hier verständigen. Am Anfang habe ich mich das auch gefragt. Ich versuchte es erstmal mit Englisch. Tja - hat nicht so gut geklappt. Dann versuchte ich es mit Deutsch - und siehe da, es funktioniert. Es sprechen bzw. verstehen hier sehr viele Deutsch (liegt auch an der Nähe zu Östereich), aber das Tolle ist, dass die Menschen hier immer versuchen einen zu verstehen. Wenn es gar nicht geht, wird jemand gesucht der einen verstehen kann, oder man sucht gemeinsam im Übersetzungsbuch. Also ich habe bisher noch immer alles gekriegt was ich wollte.
Da ich ja auch Sprachunterricht bekomme, kann ich mich immer besser verständigen. Es wird überall positiv aufgenommen, wenn man versuch in Landessprache zu sprechen.

Die Menschen sind hier sowieso unheimlich freundlich. Sei es im Lokal oder im Supermarkt. Man wird überall freundlich empfangen und aufgenommen. Dienstleistung wird groß geschrieben und Service sowieso.
Selbstverständlich kommt es auch drauf an, wie man sich hier den Einheimischen gegenüber verhält. Der Deutsche hat hier nicht unbedingt einen guten Ruf. Liegt aber sicher auch daran, weil viele Deutsche sich hier nicht als Gast aufführen, sondern als der große und allwissende Deutsche.
Der Tipp von mir: Seid freundlich, akzeptiert die Menschen, benehmt Euch als Gast. Gegenseitiger Respekt sollte immer da sein. Hier muß man sich nicht aufführen wie der Elefant im Porzellanladen.

Ich kann für mich hier sagen, dass ich mich hier unheimlich wohl fühle. Ich freue mich, dass die Menschen und das Land mich so warmherzig aufgenommen haben. Hatte ja anfangs wirklich Bedenken, gerade wegen der sozialen Unterschiede und Ausländerfeindlichkeit. Aber ich kann wirklich behaupten, dass es hier nahezu keine Ausländerfeindlichkeit gibt; die Menschen gehen alle mit einem Lächeln aufeinander zu. Der Aufenthalt hier in der Slowakei wird mir als Menschen sehr gut tun und ich denke über viele Dinge anders als früher.

Vielleicht schaffe ich es ja, Euch die Stadt und das Land immer näher zu bringen. Irgendwann werdet Ihr sicher neugierig auf diese wunderschöne Stadt.

Dovidenja !!
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Fragen und Antworten zu Bratislava:

Wieso ist Bratislava eigentlich "Krönungsstadt" ?
Was hat es eigentlich mit dem St. Martins-Dom auf sich ?
Hat Bratislava auch ein Rathaus ?