Unser 3 Tag in Rom


Heute klingelte schon um 7.30 der Wecker, da wir um 9 Uhr den Shuttelbus ereichen wollten.
Heute hatten wir ja großes vor. Wir wollten zum Vatikan und dort alles inspizieren.
Im Reiseführer hatten wir gelesen, dass der Papst jeden Sonntag eine Ansprache hält. Wir konnten das ja nicht glauben und vermuteten, dass einer seiner Kardinäle das macht.

Nach einem schnellen Frühstück mit Tee ging es dann auch schon los. Der Shuttelbus war gut besetzt und anscheinend wollten einige der Mitreisenden auch zum Vatikan.

Wir hatten heute wieder Tagestickets, also konnte nichts schief gehen. Auch unser Rucksack war mit dem Zahlenschloss gesichert und ich hatte heute auch sicherheitshalber auf meine Handtasche verzichtet. Na dann mal los :-) .

In der Metro wurde es von Station zu Station voller, lauter Vatikan-Besucher gesellten sich zu uns. Es waren Nonnen und Geistliche dabei und auch ganz normale Touristen. Wirklich ein bunter Haufen.
Wir stiegen dann am Petersplatz aus ("Ottaviano-San Pietro") und ließen uns mit dem Menschenstrom treiben.
Ein paar Minuten muß man noch laufen, bis man direkt am Vatikan ist. Dieses Bild kann nur einen kleinen Eindruck davon geben, wieviele Menschen am Sonntagmorgen schon unterwegs sind. Ich war wirklich überrascht. Es war ja auch nicht Hauptsaison und trotzdem so unheimlich viele Menschen unterwegs zum Vatikan. Der Weg zum Vatikan
Die schweizer Garde im Dienst. Wir gingen vorbei an der schweizer Garde, die übrigens wirklich schweizerisch spricht und kein Italienisch. Zumindest untereinander.
Dann war es auch schon bald soweit. Man muß durch ein paar Säulen gehen und vorbei an Souvenirständen, wo man den Papst in allen Möglichen Positionen zu kaufen kriegt. Auch hat man hier noch die letzte Chance einen Rosenkranz oder ähnliches einzukaufen. Man hat also für alle vorgesorgt.
Bevor man auf den Platz kann, muß man durch Metalldetektoren und es stehen auch Geräte zum Gepäck durchleuchten (wie auf dem Flughafen) da. Bei uns waren sie ausgeschaltet und abgedeckt. Auch die Detektoren waren heute funktionsuntüchtig.
Und dann waren wir drin. Hier bin ich vor dem Vatikan. Im Hintergrund sieht man die Basilika und wenn man genau hinguckt, sieht man den Balkon, wo der Papst immer spricht. Das bin ich vor dem Vatikan.
Und hier Ulli vor dem Vatikan. Und hier haben wir nochmal Ulli vor dem Vatikan.
Da wir noch Zeit hatten, beschlossen wir reinzugehen. Der Papst sollte angeblich erst um 12 Uhr erscheinen.
Um reinzukommen mußten wir durch eine Sicherheitskontrolle. Da Ulli ja immer ein riesen Taschenmesser dabei hat ließ man uns nicht rein. Tja, wenn man eine Kirche besucht oder in diesem Fall das größte Heiligtum der Christenheit, dann nimmt man ja auch kein Messer mit tztz. Aber gut. Also gingen wir zurück um zu besprechen, was wir machen.
Wir haben uns darauf geeinigt, dass jeder für sich alleine reingeht. Sollten wir uns nicht treffen oder verlieren, haben wir uns verabredet. Treffpunkt sollte der Platz vor dem Vatikan sein, wo der Papst seine Audienzen abhält.

Ich ging also durch. Kurze Zeit später sah ich auch schon Ulli kommen. Es hatte also geklappt und wir konnten die Basilika gemeinsam besuchen.
Was uns drinnen erwartete war wirklich unheimlich beeindruckend. Das war schon keine Kirche mehr, das war ein Palast. Gold an den Wänden und überall Figuren. Die Wände und Decken sind bemalt und verziert. Einfach einmalig. In der Basilika
Wo ich noch so mit offenem Mund staunend umherging, kamen die Kardinäle rein. Ich ließ mich mit dem Besucherstrom mitziehen und landete ganz vorne an der Abgrenzung. Ein super Blick, Nachteil nur, dass der Weihrauchschwenker mich total einnebelte. Fühlte mich dann auch gar nicht mehr richtig wohl und verließ den Ort des Geschehens. Aus dem Hintergrund konnte ich noch hören, dass sie jetzt einen Gottesdienst abhielten. Die Orgel spielte und sie sangen. Wirklich toll.
Störend waren wie gesagt, nur die Touristen, die keinen Respekt mehr haben. Ich muß doch in so einem Bauwerk nicht laut rufen oder Unfug machen. Ein bißchen Respekt kann man doch ans Tageslicht legen, oder ?
Gerade auch, weil viele dort sind um zu beten.
Auch noch in der Basilika aufgenommen Ich entfernte mich also von der Menschengruppe und suchte nach Ulli. In dem Gedrängel hatten wir uns verloren. Ich hatte mein Handy in seinem Rucksack und konnte auch keine Rücksprache halten. Das war ja auch nicht schlimm. Wir hatten uns ja verabredet. Also genoß ich das Umhergehen in der Basilika.
Die Basilika ist 2 1/2 mal so groß wie der Kölner Dom. 211 Meter lang, 186 Meter breit und 132 Meter hoch. 60000 Menschen finden darin Platz.
Das alles ist schon unheimlich beeindruckend.

Als ich so umherging, fielen mir die durchlöcherten Deckel im Marmorboden auf. Dort unten waren Leute und es blitzte ständig. Ich war der Überzeugung, dass ich auch da runter müßte.

Schnell fand ich den Eingang und stellte mich in die Schlange, die sich vor der Treppe befand. Es ging zügig weiter und schon war ich unten. Unten waren die Gräber der verstorbenen Päpste.
Erstmal mußte man am Grab von Petrus vorbei. Davor ist eine Glasscheibe und mit Blitz zu fotografieren war nix. Das merkte ich dank der Digicam recht schnell. Also mal ohne Blitz versucht. Was draus geworden ist, könnt Ihr hier sehen.
Es ist etwas dunkel geworden. Ich habe zwar versucht, es heller zu machen, aber so richtig schön ist es nicht geworden.
Das Grab von Petrus. Darüber ist direkt der Papstaltar.
Der Sarg eines Papstes Unten lagen dann solche Marmorsäge. Manchmal kniete jemand davor oder küßte den kalten Marmor. Ich weiß jetzt nicht, welcher Papst hier liegt, aber beeindruckend war das dort unten schon.
Nur leider kannten die Touristen auch hier keinen Respekt.
Nachdem ich genug gesehen hatte, ging ich hinten wieder hoch. Man kommt dann in einen kleinen Innenhof mit einem Trinkwasserbrunnen.
Ich bin dann weiter gegangen und man landet dann direkt vor der heiligen Pforte.
Die heilige Pforte war ja nur im heiligen Jahr (2000) geöffnet. Jetzt ist sie wieder zu und jeder läßt sich davor fotografieren. Dieses Tor ist schon ziemlich beeindruckend. Die Verzierungen und die Bilder, die in der Tür eingeschlagen wurden. Der Boden davor ist übrigens auch aus Marmor. Die heilige Pforte
An dieser Stelle wartete ich auf Ulli. Ich dachte, er hätte den gleichen Weg genommen wie ich. War aber nicht so.
Nach ein paar Minuten vergeblichen wartens ging ich dann Richtung Ausgang. Der liegt ja direkt an der Pforte.
Alle warten auf den Papst Unten sah ich ihn dann schon am verabredeten Treffpunkt stehen.
Die Freude war groß, dass unsere Verabredung geklappt hatte. Jetzt war es gerade 11.30 Uhr und wir hatten noch etwas Zeit. Inzwischen wurde der Petersplatz auch voller und das Fernsehen war auch schon eingetroffen.
Wir ergatterten einen guten Platz ganz vorne und hatten eine prima Sicht auf den Balkon, wo unserer Meinung nach der Papst sprechen würde.
Während wir warteten erzählten wir uns, was wir erlebt hatten. Ulli hatte anscheinend mehr erlebt als ich. Er hat nicht nur die Kunstschätze gesehen, sondern auch die Leichnahme einiger Päpste. Hier ist nur ein Foto davon. Ulli sagt, das ist Papst Johannes der 23.
Mittlerweile taten mir meine Füße wirklich schon schlimm weh. Hätte ich doch bloß Turnschuhe angezogen. Aber da mußte ich ja jetzt durch. Immerhin stand auch noch der ganze Tag vor mir.

Die Fahne hängt schon raus Dann war es auch endlich soweit. Aber nicht am Balkon, sonder aus dem großen Haus rechts (wo die Wohnung es Papstes ist) wurde eine lila Fahne gehängt. Jetzt wußten wir also, wo der Papst erscheinen würde.
Erstaunlicherweise ging in dem Augenblick die Wolkendecke auf. Es wurde warm und die Sonne ließ sich sehen.
Und dann...plötzlich war er da. Er saß am Fenster und winkte runter.

Die Menschenmenge jubelte und mir lief ein kalter Schauer über den Rücken. Es war einfach einmalig faszinierend. Zwar sieht man von ihm nur einen kleinen Fleck, aber trotzdem ist es atemberaubend.
Hier erscheint er im Fenster
Der Papst hält den Besuchern eine Ansprache Dann hat der Papst gesprochen. Alles wurde über Lautsprecher auf den Platz übertragen.Ich habe es nicht verstanden, aber die Menschen haben geklatscht und waren total begeistert.
Einige haben angefangen zu weinen und auch ich hatte einen Kloß im Hals. Die Atmosphäre war so überwältigend.
Manche Leute waren extra angereist, hatten Spruchbänder mitgebracht und waren in Landestracht. Die hat der Papst speziell begrüßt und in Landessprache genannt und angesprochen. Damit hat er die Menschen richtig glücklich gemacht. Spruchbänder auf dem Petersplatz
Der Papst winkt in die Menge Diese "Erscheinung" dauerte ca. 20 Minuten. Dann winkte er noch einmal und ich hatte den Eindruck, als wollte er sich nicht von den Menschen trennen.
Er winkte und dann verschwand er wieder, so schnell, wie er gekommen war.
Ich hatte den Eindruck, alleine zurückzubleiben. Es war ganz komisch.
So beeindruckend das auch war, diese Begegnung hat weder meinen Glauben, noch mein Leben oder meine Einstellung zur katholischen Kirche verändert.
Ich bin immer noch evangelisch und glaube, was ich glaube !

Nach diesem Erlebnis gingen wir weiter Richtung Engelsburg, da die vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle leider Sonntag nach 13 Uhr geschlossen haben. Übrigens haben viele Sehenswürdigkeiten Sonntag nach 13 Uhr zu. Wenn man also unbedingt etwas sehen möchte, sollte das am Samstag noch sein.
Ich wollte zum Beispiel gerne auch die Katakomben sehen, aber auch da hat man keine Chance.

Wir gingen also zur Engelsburg.


Zum ersten Tag Weiter zur Engelsburg