Antoni Gaudi als junger Mann.


Antoni Gaudi war ein großartiger Architekt. Seine Gebäude und seine Werke sind bis in unsere heutige Zeit modern.

1852 geboren, wuchs er sehr bescheiden auf. Schon als Kind war er nicht sehr gesund und chronisch-entzündete Gelenke machten ihm zu schaffen. Er konnte nicht wie andere Kinder herumtollen, sondern trainierte sein Vorstellungsvermögen und seine Fantasie. Jedes kleinste Tier, jeder Stein und jede Pflanze nahm er in Beschlag und beobachtete es stundenlang. Diese Erfahrungen und diese Lehren konnte er später als Architekt umsetzen und in seinen Werken wiederspiegeln.

Während seiner Schulzeit war er keine große Leuchte. Einige Abiturfächer bestand er sogar nicht oder hatte schlechte Noten. Er wollte sich nicht in das autoritäre Schulsystem pressen lassen.

Schon damals fühlte er sich zur Architektur hingezogen. Er machte einige Bühnenbilder für das Schultheater und zeichnete für die Wochenzeitschrift. Nach der Schule ging er nach Barcelona um dort Architektur zu studieren. Er war zur damaligen Zeit 21 Jahre alt.

Man soll nun meinen, dass er ein hervorragender Student war, aber auch dort war er nicht gerade herausragend. Trotzdem erhielt er eine solide Ausbildung, hatte aber wieder Probleme mit den strengen Linien und Prinzipien in der Architektur. Jeder kann sich vorstellen, dass gerade die Architektur von diesen Leitlinien lebt.

Er bestand seine Ausbildung und war danach ein gefragter Architekt. Er entwarf die Glaslaternen (die heute noch auf dem Pla de Palau und Placa Reial befinden) in Barcelona, einige Gebäude und Fenster. Leider bekam er nach den Laternen keine offiziellen Stadtaufträge mehr, da es zu Meinungsverschiedenheiten kam.

Sein erster großer Auftrag war es, eine Wohnanlage (wurde dann 1878 auf der Weltausstellung in Paris vorgestellt) für Arbeiter zu schaffen. Leider wurde nur ein kleiner Teil davon gebaut. Das war die erste große Enttäuschung für Antoni Gaudi.

Kurz danach lernte er einen Mann kennen, der zum wichtigsten Kontakt in seinem Leben werden würde. Dieser Mann hieß Eusebi Güell i Bacigalupi. Gaudi und Güell wurden Freunde fürs Leben. Güll starb 1918.

In seinen Gebäuden zeigte Gaudi immer die Natur. Dort nahm er sich die Ideen her. Stützsäulen wurden wie Bäume oder Knochen gebaut, Wellen und weiche Formen wurden zu Balkonen. Er benutzte Kacheln um Farben in und an die Gebäude zu bringen. Es ist faszinierend, was er mit einem Fenster machen konnte. Er konnte die Form so schaffen, dass der ganze Raum hell wurde. Diesen Effekt unterstützte er mit Farbverläufen. So bekam auch in einem engen Innenhof noch die unterste Wohnung Licht.

Das erste Projekt, was Gaudi von Güell zugesprochen bekam, war ein Jagdpavillon. Dann folgten ein Stadtpalast in der Innenstadt. Parallel dazu bekam Gaudi mehr und mehr Aufträge und baute meist mehrere Projekte parallel.

1883, als Gaudi 31 Jahre alt war, wurde ein neuer Architekt für die Kirche der heiligen Familie gesucht --> die Sagrada Familia. (1882 wurde dort der Grundstein gelegt).

Problem dabei war, dass dieser Tempel ein Sühnetempel war und demzufolgle der Bau nur von Spenden finanziert werden durfte. Antoni Gaudi nahm an. Erst arbeitete er noch parallel an den anderen Projekten, aber schon ab 1914 widmete er sich nur noch der Kirche. Er widmete sein Leben Gott und der Sagrada Familia.

Antoni Gaudi kurz vor seinem Tod Gaudi kam immer mehr herunter. Trotz der großen Aufgabe war er einsam, traurig und innerlich erloschen. Äußerlich wurde er mit einem Landstreicher verglichen und dieses wurde ihm am 07. Juni 1926 zum Verhängnis.


Ganz in Gedanken versunken ging er über die Straße und wurde von einer Straßenbahn überfahren. Er überlebte den Unfall, aber lag blutend und sehr schwer verletzt auf der Straße. Zwei Menschen halfen ihm. Ein Passant und ein Textilhändler. Sie erkannten ihn nicht, da er weder Papiere dabei hatte, noch seine Identität mitteilen konnte.

Aufgrund seines Landstreicher-Outfits brachte man ihn in das Armenkrankenhaus. Als jemand ihn erkannte und man ihn in ein anderes Krankenhaus bringen wollte, war es schon zu spät.Er lag alleine und unerkannt 3 Tage in einem Zimmer, bis er starb.

Am Samstag den 12. Juni 1926 wurde Antoni Gaudi von einem langen Trauerzug begleitet. Er wurde in der Krypta der Sagrada Familie beerdigt, wo man sein Grab heute besuchen kann. Die Krypta ist übrigens heute der Teil der Kirche, der von der Gemeinde für Gottesdienste genutzt wird.


Es ist ein Hohn, dass ein Mann, der zu Lebzeiten von der Stadt Barcelona verkannt und abgelehnt wurde, heute einer der bekanntesten Bürger ist, auf den die Stadt stolz ist.

Einige seiner bekannten Werke:

Casa Vicens (1883-1888)

Palau Güell (1886-1888)

Finca Güell (1884-1887)

Parc Güell (1900-1914)

Casa Batllò (1904-1906)

Casa Milá / La Pedrera (1906-1910)

Sagrada Familia (1883-1926 - Fertigstellung warscheinlich 2014)